Häufige Fragen
Wie hoch ist das Komplikationsrisiko bei einer Hüftprothese?
Komplikationsraten unterscheiden sich je nach Patientengruppe, Eingriff und Datengrundlage. Die persönliche Risikoaufklärung berücksichtigt unter anderem Vorerkrankungen, Medikamente und den geplanten Eingriff.
Was ist die häufigste Komplikation nach einer Hüft-OP?
Eine Luxation (Ausrenken der Prothese) ist eine mögliche frühe Komplikation. Wie hoch das persönliche Risiko ist, hängt von Zugangsweg, Implantat, Anatomie und Nachbehandlung ab.
Kann eine Hüftprothese sich entzünden?
Ja, eine Protheseninfektion kann auftreten. Schutzmaßnahmen wie sterile Abläufe und eine auf die persönliche Situation abgestimmte Prophylaxe sollen das Risiko senken; der individuelle Plan wird vor der OP besprochen.
Wie erkennt man eine Lockerung der Hüftprothese?
Typische Zeichen sind zunehmende Belastungsschmerzen in Leiste oder Oberschenkel, Anlaufschmerzen und ein Instabilitätsgefühl. Eine Röntgenkontrolle zeigt Lockerungszeichen frühzeitig.
Kann man an einer Hüftprothesen-OP sterben?
Das Risiko schwerer Komplikationen wird vor einer geplanten Hüft-TEP anhand von Alter, Vorerkrankungen, Medikamenten und Narkosefähigkeit individuell bewertet. Es ist nicht mit Notfalloperationen nach Frakturen gleichzusetzen.
Hüftprothese Risiken und Komplikationen
Ehrliche Aufklärung über mögliche Risiken – und wie sie minimiert werden.
Eine Hüftprothese ist ein etablierter Eingriff, der Schmerzen und Funktion häufig deutlich verbessern kann. Zugleich ist jede Operation mit Risiken verbunden, über die Sie vor dem Eingriff individuell informiert werden. Die folgenden Angaben dienen der allgemeinen Orientierung; persönliche Risiken und Schutzmaßnahmen hängen unter anderem von Vorerkrankungen, Eingriff, Implantat und Nachbehandlung ab.
Infektion: Selten, aber ernst
Eine Protheseninfektion ist eine relevante Komplikation. Man unterscheidet Frühinfektionen und spätere Infektionen; das persönliche Risiko und die notwendigen Schutzmaßnahmen werden vor dem Eingriff anhand der individuellen Vorgeschichte besprochen.
Laut Dr. Michael Matz werden umfangreiche Maßnahmen zur Infektionsprävention ergriffen: sterile Operationsbedingungen mit Laminar-Airflow, perioperative Antibiotikaprophylaxe, Hautdesinfektion mit jodhaltigen Lösungen und Zahnarzt-Check vor der OP. Patienten können selbst beitragen: Wundhygiene nach der OP einhalten, Infekte zeitnah behandeln lassen und den Implantatausweis bei jedem Arztbesuch vorzeigen, damit vor zahnärztlichen oder urologischen Eingriffen eine Antibiotikaprophylaxe gegeben wird.
Luxation: Ausrenken der Prothese
Eine Luxation – das Ausrenken des künstlichen Hüftgelenks – kann auftreten. Zugangsweg, Implantat, Anatomie und Nachbehandlung beeinflussen das Risiko; die persönliche Einordnung erfolgt im Aufklärungsgespräch.
Das Luxationsrisiko ist in den ersten 6 bis 12 Wochen nach der OP am höchsten, wenn das Gewebe noch heilt. In dieser Zeit sollten bestimmte Bewegungen vermieden werden: tiefes Sitzen, Überkreuzen der Beine und extreme Drehbewegungen der Hüfte. Ihr Physiotherapeut zeigt Ihnen sichere Bewegungsmuster. Sollte es dennoch zu einer Luxation kommen, kann die Prothese in den meisten Fällen unter kurzer Narkose eingerenkt werden.
Thrombose und Lungenembolie
Nach jeder Hüft-OP besteht ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel (Thrombose) in den Beinvenen. Das Behandlungsteam plant die Prophylaxe anhand des persönlichen Risikos; eine Thrombose kann zu einer Lungenembolie führen und sollte deshalb früh erkannt werden.
Die Thromboseprophylaxe beginnt bereits am OP-Tag und umfasst mehrere Bausteine: niedermolekulares Heparin (tägliche Spritzen für 4 bis 5 Wochen), Kompressionsstrümpfe und – am wichtigsten – frühe Mobilisation. Je schneller Sie nach der OP aufstehen und gehen, desto geringer das Thromboserisiko. Achten Sie auch nach der Entlassung auf ausreichend Bewegung und nehmen Sie die Thromboseprophylaxe konsequent bis zum verordneten Zeitpunkt ein.
Nervenverletzungen und Beinlängendifferenz
Nervenverletzungen sind seltene mögliche Komplikationen. Symptome können Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Muskelschwäche sein; Verlauf, Abklärung und Behandlung richten sich nach dem individuellen Befund.
Eine Beinlängendifferenz nach der OP ist häufig – kleine Unterschiede von wenigen Millimetern werden oft nicht wahrgenommen. Unterschiede über 1 cm können durch Schuheinlagen oder eine Sohlenerhöhung ausgeglichen werden. Der Operateur plant die Prothese so, dass die Beinlänge möglichst exakt wiederhergestellt wird. Moderne Planungssoftware und intraoperative Kontrollen minimieren dieses Risiko erheblich.
Langzeitrisiken: Lockerung und Verschleiß
Die aseptische Prothesenlockerung ist das häufigste Langzeitrisiko. Abriebpartikel von den Gleitflächen lösen eine Immunreaktion aus, die zum Knochenabbau um das Implantat führt (Osteolyse). Mit modernen Materialien wie hochvernetztem Polyethylen und Keramik ist der Abrieb jedoch um über 90 Prozent gegenüber früheren Generationen reduziert.
Regelmäßige Kontrolluntersuchungen mit Röntgenaufnahmen ermöglichen eine frühzeitige Erkennung von Lockerungszeichen. Ein Wechseleingriff (Revision) ist möglich und in spezialisierten Zentren routinemäßig durchführbar. Die Ergebnisse sind gut, wenn die Revision rechtzeitig – also vor einem ausgedehnten Knochenverlust – durchgeführt wird. Sie können selbst zur Langlebigkeit Ihrer Prothese beitragen: Normalgewicht, gelenkschonender Sport und konsequente Nachsorge sind die wichtigsten Maßnahmen.
Ihr Experte: Dr. Michael Matz
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Über 2.000 Eingriffe. Spezialisiert auf minimalinvasive Hüft- und Knieendoprothetik nach der Röttinger-Methode.
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