Was ist eine Hüft-TEP?
Die Abkürzung TEP steht für Totalendoprothese – also den vollständigen Ersatz des Hüftgelenks durch ein künstliches Implantat. Bei einer Hüft-TEP werden sowohl der verschlissene Hüftkopf als auch die Hüftpfanne durch Komponenten aus Titan, Keramik oder Polyethylen ersetzt. Viele Patientinnen und Patienten berichten nach einer Hüft-TEP über weniger Schmerzen und eine bessere Beweglichkeit; welches Ergebnis erreichbar ist, hängt von Ausgangsbefund, Gesundheit, Operation und Rehabilitation ab.
In Deutschland werden jährlich rund 240.000 Hüft-TEPs implantiert. Die OP-Vorbereitung spielt dabei eine entscheidende Rolle für den Behandlungserfolg. Je besser Sie informiert und vorbereitet sind, desto reibungsloser verläuft der gesamte Prozess – von der Aufnahme in der Klinik bis zur Rehabilitation.
Wann ist eine Hüft-TEP notwendig?
Die häufigste Ursache für einen Hüftgelenkersatz ist die fortgeschrittene Coxarthrose – der altersbedingte Verschleiß des Hüftgelenks. Typische Anzeichen, dass eine Hüft-TEP in Betracht gezogen werden sollte:
- Starke Hüftschmerzen, die auch in Ruhe und nachts auftreten
- Deutliche Einschränkung der Gehstrecke (unter 500 Meter)
- Konservative Therapien (Physiotherapie, Schmerzmittel, Injektionen) helfen nicht mehr ausreichend
- Zunehmende Steifigkeit – Schuhe binden oder Socken anziehen wird schwierig
- Röntgenbild zeigt fortgeschrittenen Knorpelverlust
Weitere Gründe können Hüftkopfnekrose, rheumatische Erkrankungen oder Frakturen sein. Eine Hüft-TEP wird erwogen, wenn Beschwerden und Alltagseinschränkungen trotz angemessener konservativer Behandlung fortbestehen und Befund sowie persönliche Ziele dafür sprechen.
Die Vorbereitung: Wochen vor der OP
Eine gute Vorbereitung beginnt bereits Wochen vor dem Operationstermin. Diese Schritte helfen Ihnen, optimal vorbereitet in die Klinik zu gehen:
Medizinische Voruntersuchungen
Welche Voruntersuchungen vor der Hüftprothesen-OP erforderlich sind, legt das OP- und Anästhesieteam nach Ihrer Vorgeschichte fest. Häufig werden besprochen:
- Blutuntersuchung: Blutbild, Gerinnungswerte, Entzündungsparameter
- EKG und ggf. Herzecho: Beurteilung der Narkosefähigkeit
- Röntgen der Hüfte: Planung der Prothesengröße und -positionierung
- Zahngesundheit: Aktuelle Zahnprobleme oder Entzündungen sollten Sie frühzeitig ansprechen; ob und welche Maßnahmen vor der OP sinnvoll sind, legt das Behandlungsteam individuell fest.
- Infekte und Vorerkrankungen: Aktuelle Beschwerden und Befunde sollten Sie frühzeitig ansprechen; notwendige Abklärungen richten sich nach Ihrer Vorgeschichte.
Medikamente und Blutverdünner
Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Medikamente Sie vor der OP absetzen oder anpassen müssen. Blutverdünner wie Marcumar oder Eliquis müssen in der Regel einige Tage vorher pausiert werden. Aspirin und andere Thrombozytenaggregationshemmer werden je nach Situation angepasst. Setzen Sie niemals eigenmächtig Medikamente ab!
Zu Hause vorbereiten
Nach der OP werden Sie einige Wochen auf Gehstützen angewiesen sein. Bereiten Sie Ihre Wohnung entsprechend vor:
- Stolperfallen beseitigen (lose Teppiche, Kabel)
- Toilettensitzerhöhung besorgen
- Greifzange für den Boden bereithalten
- Vorräte einkaufen oder Lieferdienst organisieren
- Hilfe für die ersten Wochen nach der Rückkehr organisieren
Der Ablauf der Hüft-TEP-Operation
Am Tag der OP werden Sie morgens nüchtern in der Klinik aufgenommen. Der Eingriff dauert in der Regel 60–90 Minuten und wird meist unter Vollnarkose oder Spinalanästhesie durchgeführt.
In unserer Praxis in München setzt Dr. Michael Matz bei geeigneten Fällen die minimalinvasive Röttinger-Methode ein. Die Darstellung möglicher Vorteile beruht auf seiner klinischen Erfahrung: Der muskelschonende Zugang kann die frühe Mobilisation unterstützen. Belastung, Gehstützen, Bewegungsregeln und die erwartbare Erholung werden nach Operation und individuellem Verlauf festgelegt.
Der Operateur entfernt den verschlissenen Hüftkopf, bereitet die Hüftpfanne vor und setzt die künstlichen Komponenten ein. Moderne Implantate werden häufig zementfrei eingesetzt – sie wachsen in den Knochen ein und bieten langfristig stabilen Halt.
Die ersten Tage nach der OP
Die Mobilisation beginnt häufig am ersten Tag nach der Operation. Ob und wann Belastungsaufbau möglich ist, richtet sich nach der Operation und dem individuellen Verlauf. In den ersten Tagen werden Sie von Physiotherapeuten angeleitet:
- Aufstehen und erste Schritte mit Gehstützen
- Treppensteigen üben
- Bewegungsübungen für das neue Gelenk
- Thromboseprophylaxe durch Bewegung und Medikamente
Die Dauer des stationären Aufenthalts und der anschließende Reha-Plan hängen vom Heilungsverlauf, der Mobilität und den individuellen medizinischen Voraussetzungen ab. Anschließend folgt bei Bedarf die Anschlussheilbehandlung (Reha).
Ihre Checkliste vor der Hüft-TEP
Damit Sie an alles denken, hier Ihre persönliche Checkliste:
- ☑ Alle Voruntersuchungen erledigt (Blut, EKG, Röntgen, Zahnarzt)
- ☑ Medikamentenplan mit dem Arzt besprochen
- ☑ Reha-Platz organisiert (stationär oder ambulant)
- ☑ Wohnung vorbereitet (Stolperfallen, Hilfsmittel)
- ☑ Hilfe für die Zeit nach der Rückkehr organisiert
- ☑ Bequeme, weite Kleidung für die Klinik eingepackt
- ☑ Versicherungskarte, Medikamentenliste, Röntgenbilder dabei
- ☑ Persönliche Fragen an den Operateur notiert
Wichtige Fragen an Ihren Arzt
Nutzen Sie das Aufklärungsgespräch, um alle offenen Fragen zu klären. Hier einige Anregungen:
- Welche OP-Methode verwenden Sie und warum?
- Wie viele Hüft-TEPs führen Sie pro Jahr durch?
- Welches Implantat wird eingesetzt?
- Wie lange dauert die Genesung in meinem Fall?
- Welche Risiken bestehen konkret bei mir?
- Wann kann ich wieder arbeiten / Auto fahren / Sport treiben?
Dr. Michael Matz nimmt sich Zeit für jedes Beratungsgespräch und beantwortet Ihre Fragen ausführlich und ehrlich. Transparenz und Vertrauen sind die Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung.
Fazit: Gut vorbereitet zur Hüft-TEP
Eine Hüft-TEP ist ein bewährter Eingriff mit hoher Erfolgsrate. Die richtige Vorbereitung – medizinisch wie organisatorisch – trägt wesentlich zum Gelingen bei. Informieren Sie sich, stellen Sie Fragen und nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen.
Wenn Sie eine persönliche Beratung wünschen, vereinbaren Sie einen Termin in unserem Zentrum für Endoprothetik in München. Wir sind für Sie da.