Rehabilitation nach Gelenkersatz – Ihr Weg zurück in den Alltag

Von der Mobilisation bis zur Sporttauglichkeit: So verläuft die Genesung nach Hüft- oder Knie-OP.

Warum ist die Rehabilitation so wichtig?

Die Operation selbst ist nur die halbe Miete. Die Rehabilitation entscheidet maßgeblich darüber, wie gut das Endergebnis ausfällt. Eine konsequente und richtig dosierte Nachbehandlung sorgt dafür, dass Ihr neues Gelenk optimal einheilt, die Muskulatur aufgebaut wird und Sie schnell wieder aktiv sein können.

Die gute Nachricht: Bei modernen, minimalinvasiven Verfahren wie der Röttinger-Methode ist die Rehabilitation deutlich kürzer und komfortabler als bei konventionellen OP-Techniken – weil die Muskulatur geschont wurde und von Anfang an funktionsfähig ist.

Phase 1: Die ersten Tage nach der OP (Tag 1–7)

Die Frührehabilitation beginnt bereits am Tag nach der Operation – oft sogar am OP-Tag selbst. Ziele dieser Phase:

  • Mobilisation: Aufstehen und erste Schritte mit Gehstützen. Bei minimalinvasiven Hüft-OPs ist meist sofortige Vollbelastung möglich
  • Thromboseprophylaxe: Frühe Bewegung und Medikamente beugen Blutgerinnseln vor
  • Schmerzmanagement: Individuell angepasste Schmerztherapie, damit Sie aktiv an der Reha teilnehmen können
  • Wundversorgung: Regelmäßige Kontrolle und Verbandswechsel
  • Alltagstraining: Treppensteigen, An- und Ausziehen, Toilettengang üben

Der stationäre Aufenthalt in der Klinik dauert in der Regel 5–7 Tage nach einer Hüft-TEP und 6–8 Tage nach einer Knie-TEP.

Phase 2: Anschlussheilbehandlung / Reha (Woche 2–4)

Nach der Entlassung aus der Klinik folgt die Anschlussheilbehandlung (AHB). Sie haben die Wahl zwischen:

Stationäre Reha

3 Wochen in einer spezialisierten Reha-Klinik. Vorteil: Intensive, tägliche Therapie unter ärztlicher Aufsicht. Ideal für Patienten, die allein leben oder die eine besonders intensive Betreuung wünschen.

Ambulante Reha

Tagesklinische Behandlung – Sie schlafen zu Hause und kommen tagsüber zur Therapie. Vorteil: Sie sind in Ihrer gewohnten Umgebung und können die Fortschritte direkt im Alltag anwenden.

Die Reha umfasst typischerweise:

  • Physiotherapie (Einzeltherapie und Gruppentherapie)
  • Krafttraining an Geräten
  • Gangschule
  • Bewegungsbad / Aquatherapie
  • Ergotherapie (Alltagstraining)
  • Manuelle Therapie und Lymphdrainage bei Bedarf

Phase 3: Aufbauphase (Woche 5–12)

Nach der Reha beginnt die Aufbauphase. Jetzt geht es darum, die Muskulatur weiter zu stärken und die Beweglichkeit zu optimieren. Empfohlene Maßnahmen:

  • Ambulante Physiotherapie: 1–2 Mal pro Woche, Rezept vom Arzt
  • Eigenübungen: Tägliches Übungsprogramm zu Hause (5–15 Minuten)
  • Schrittweiser Aktivitätsaufbau: Längere Spaziergänge, Radfahren auf dem Ergometer, leichtes Schwimmen

Wichtige Meilensteine in dieser Phase

  • Woche 4–6: Die meisten Patienten können auf eine Gehstütze reduzieren
  • Woche 6–8: Viele Patienten gehen ohne Gehstützen
  • Woche 8–12: Deutliche Verbesserung der Kraft und Ausdauer

Zeitplan: Wann kann ich wieder…?

Eine der häufigsten Fragen unserer Patienten. Hier ein Orientierungsrahmen – die tatsächlichen Zeitpunkte können individuell variieren:

  • Auto fahren: Nach ca. 6 Wochen (Hüft-TEP links: oft schon nach 3–4 Wochen bei Automatikfahrzeug)
  • Büroarbeit: Nach 6–8 Wochen
  • Körperlich leichte Arbeit: Nach 8–12 Wochen
  • Körperlich schwere Arbeit: Nach 3–6 Monaten
  • Radfahren: Nach 6–8 Wochen
  • Schwimmen: Nach Wundheilung (ca. 3–4 Wochen), Kraulschwimmen nach 6 Wochen
  • Golf: Nach 3 Monaten
  • Wandern: Leichte Wanderungen nach 3 Monaten, anspruchsvollere Touren nach 6 Monaten
  • Skifahren: Nach 6 Monaten (bei guter Muskulatur und Erfahrung)

Übungen für zu Hause

Regelmäßige Eigenübungen sind ein wesentlicher Baustein der Genesung. Hier einige Basisübungen, die Sie nach Absprache mit Ihrem Physiotherapeuten durchführen können:

Nach Hüft-TEP

  • Beinheben im Liegen: Gestrecktes Bein langsam 20 cm anheben, 5 Sekunden halten, langsam ablegen. 10 Wiederholungen.
  • Seitliches Beinheben: In Seitlage das operierte Bein seitlich anheben. Stärkt die Hüftabduktoren. 10 Wiederholungen.
  • Brücke: In Rückenlage Becken anheben, 5 Sekunden halten. Stärkt Gesäß- und Rückenmuskulatur.
  • Kniebeugen am Stuhl: Langsames Aufstehen und Hinsetzen (mit Armunterstützung). 10 Wiederholungen.

Nach Knie-TEP

  • Kniestreckung: Im Sitzen das Knie langsam strecken, 5 Sekunden halten. 10 Wiederholungen.
  • Kniebeugung: Im Sitzen den Fuß unter den Stuhl ziehen, um die Beugung zu trainieren.
  • Fersenlauf: Im Liegen die Ferse zum Gesäß ziehen und wieder strecken. Fördert die Beweglichkeit.
  • Quadrizeps-Anspannung: Im Liegen das Knie in die Unterlage drücken, 5 Sekunden halten.

Tipps für eine optimale Genesung

Aus der Erfahrung mit über 2.000 Operationen wissen wir, was den Genesungsverlauf positiv beeinflusst:

  • Regelmäßig üben: Lieber 3x täglich 10 Minuten als 1x eine Stunde
  • Geduld haben: Die endgültige Belastbarkeit ist nach 6–12 Monaten erreicht. Setzen Sie sich nicht unter Druck
  • Auf den Körper hören: Leichter Muskelkater ist normal, stechende Schmerzen nicht. Im Zweifel: Arzt kontaktieren
  • Kühlen: Bei Schwellung nach Belastung: 15 Minuten kühlen
  • Gesund ernähren: Proteinreiche Ernährung unterstützt die Muskelregeneration
  • Nachsorgetermine einhalten: 6 Wochen, 3 Monate, 12 Monate nach der OP – auch bei Beschwerdefreiheit
  • Positiv bleiben: Jeder Tag bringt Fortschritte, auch wenn sie manchmal klein erscheinen

Langzeitnachsorge: Jährliche Kontrollen

Nach der akuten Rehabilitationsphase sind jährliche Kontrollen beim Orthopäden empfohlen. Dabei werden Röntgenbilder angefertigt und mit den Voraufnahmen verglichen. So können Veränderungen (Lockerung, Verschleiß) frühzeitig erkannt werden – noch bevor Symptome auftreten.

Bei Fragen zur Rehabilitation oder zur Nachsorge stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Vereinbaren Sie einen Termin in unserem Zentrum für Endoprothetik in München.

Dr. Michael Matz in seiner Praxis

Ihr Experte: Dr. Michael Matz

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Über 2.000 Eingriffe. Spezialisiert auf minimalinvasive Hüft- und Knieendoprothetik nach der Röttinger-Methode.

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