Risiken beim Prothesenwechsel – ehrliche Aufklärung

Welche Komplikationen sind möglich und wie lassen sich Risiken minimieren? Ein offener Ratgeber.

Häufige Fragen zu Risiken beim Prothesenwechsel

Wie hoch ist das Risiko bei einem Prothesenwechsel?

Das Komplikationsrisiko bei einem Prothesenwechsel liegt etwas höher als bei der Erstimplantation. In spezialisierten Zentren beträgt die Erfolgsrate dennoch über 90 %. Entscheidend sind die Erfahrung des Operateurs und die sorgfältige Planung.

Welche Komplikationen können nach einem Prothesenwechsel auftreten?

Mögliche Komplikationen sind Infektion, Luxation (Ausrenken), Nervenverletzung, Beinlängendifferenz, Thrombose, Knochenbruch während der OP und erneute Lockerung. Die meisten Komplikationen sind selten und behandelbar.

Wie kann man die Risiken eines Prothesenwechsels minimieren?

Die Wahl eines spezialisierten Zentrums mit hoher Fallzahl ist der wichtigste Faktor. Dazu kommen eine gründliche Vorbereitung, Infektprophylaxe, optimierte Blutgerinnung und konsequente Nachbehandlung.

Ist eine erneute Lockerung nach dem Prothesenwechsel wahrscheinlich?

Das Risiko einer erneuten Lockerung ist höher als nach der Erstimplantation, aber dennoch gering. Moderne Revisionsimplantate und -techniken haben die Langzeitergebnisse deutlich verbessert.

Gibt es Altersstufen, in denen ein Prothesenwechsel nicht mehr empfohlen wird?

Es gibt keine strikte Altersgrenze. Entscheidend sind der Allgemeinzustand, die Narkosefähigkeit und der individuelle Leidensdruck. Auch bei älteren Patienten kann ein Wechsel die Lebensqualität erheblich verbessern.

Risiken beim Prothesenwechsel – Aufklärung und Vorsorge

Warum ist ehrliche Aufklärung wichtig?

Ein Prothesenwechsel ist ein anspruchsvoller chirurgischer Eingriff. Er unterscheidet sich in mehreren Punkten von der Erstimplantation: Der Knochen wurde bereits operiert, Gewebe ist vernarbt, und möglicherweise ist Knochensubstanz verloren gegangen. Dennoch können die Ergebnisse einer Revisionsoperation sehr gut sein – vorausgesetzt, der Eingriff wird von einem erfahrenen Spezialisten durchgeführt.

Laut Dr. Michael Matz ist transparente Aufklärung das Fundament einer vertrauensvollen Arzt-Patienten-Beziehung. Nur wer die möglichen Risiken kennt, kann eine informierte Entscheidung treffen.

Die wichtigsten Risiken im Überblick

Infektion

Das Infektionsrisiko bei einem Prothesenwechsel liegt bei etwa 2–5 % und ist damit höher als bei der Erstimplantation (unter 1 %). Gründe dafür sind die längere OP-Dauer, vorgeschädigtes Gewebe und die größere Wundfläche. Eine periprothetische Infektion kann eine erneute Operation erfordern.

Gegenmaßnahmen: Perioperative Antibiotikaprophylaxe, strenge Hygienemaßnahmen im OP, Screening auf Keimträger, Sanierung von Infektionsherden vor der OP.

Luxation (Ausrenken der Prothese)

Besonders nach Hüftprothesenwechseln besteht ein erhöhtes Luxationsrisiko (3–10 %), da Muskulatur und Kapsel durch Voroperationen geschwächt sein können. In schweren Fällen kann eine erneute OP notwendig werden.

Gegenmaßnahmen: Spezielle Prothesen mit Luxationsschutz, sorgfältige Weichteilrekonstruktion, Patientenschulung zur Vermeidung riskanter Bewegungen.

Periprothetische Fraktur

Während der Entfernung des alten Implantats oder beim Einsetzen der neuen Prothese kann es zu einem Knochenbruch kommen. Dies betrifft vor allem Patienten mit Osteoporose oder stark ausgedünntem Knochen. Die Häufigkeit liegt bei 2–4 %.

Gegenmaßnahmen: Schonende OP-Technik, präoperative Beurteilung der Knochenqualität, ggf. Drahtcerclagen oder Platten zur Sicherung.

Nervenverletzung

Durch Vernarbungen und veränderte anatomische Verhältnisse besteht ein gering erhöhtes Risiko für Nervenverletzungen (unter 2 %). Am Knie kann der Nervus peroneus betroffen sein, an der Hüfte der Nervus ischiadicus.

Gegenmaßnahmen: Sorgfältige Darstellung und Schonung der Nerven, neuromonitoringgestütztes Operieren in komplexen Fällen.

Beinlängendifferenz

Durch den Knochendefekt und die Rekonstruktion kann es zu einer Beinlängendifferenz kommen. In den meisten Fällen lässt sich dies durch Schuheinlagen ausgleichen.

Thrombose und Embolie

Wie bei jeder großen Gelenkoperation besteht ein Thromboserisiko. Durch konsequente Prophylaxe (Heparin, Kompressionsstrümpfe, frühe Mobilisation) ist dieses Risiko gut beherrschbar.

Erneute Lockerung

Auch eine Revisionsprothese kann sich im Laufe der Jahre lockern, das Risiko liegt bei etwa 10–15 % innerhalb von 10 Jahren. Moderne Implantate und Operationstechniken haben die Standzeiten jedoch deutlich verbessert.

Was beeinflusst das Risiko?

Verschiedene Faktoren beeinflussen das individuelle Komplikationsrisiko:

  • Erfahrung des Operateurs: Der wichtigste Faktor – Zentren mit hoher Fallzahl haben nachweislich bessere Ergebnisse
  • Ursache des Wechsels: Aseptische Lockerung hat bessere Ergebnisse als septische
  • Knochendefekt: Je mehr Knochen erhalten ist, desto einfacher und sicherer der Eingriff
  • Begleiterkrankungen: Diabetes, Durchblutungsstörungen und Immunschwäche erhöhen das Infektionsrisiko
  • Übergewicht: Erhöht das Risiko für Infektionen, Thrombosen und mechanische Komplikationen
  • Anzahl der Voroperationen: Jede weitere Revision erhöht die Komplexität

Wie Sie selbst zur Risikominimierung beitragen

Als Patient können Sie aktiv dazu beitragen, das Risiko zu senken:

  • Infektionsherde (Zähne, Harnwege, Haut) vor der OP sanieren lassen
  • Rauchen einstellen – es verschlechtert die Wundheilung erheblich
  • Gewicht optimieren, wenn möglich
  • Diabetes gut einstellen
  • Thromboseprophylaxe konsequent durchführen
  • Physiotherapie und Rehabilitation ernst nehmen
  • Nachsorgeuntersuchungen zuverlässig wahrnehmen

Risiko-Nutzen-Abwägung: Lohnt sich der Eingriff?

Bei starken Schmerzen, Immobilität und eingeschränkter Lebensqualität überwiegt der Nutzen eines Prothesenwechsels in den allermeisten Fällen die Risiken. Die große Mehrheit der Patienten berichtet nach der Revision über eine deutliche Verbesserung ihrer Beschwerden und Lebensqualität.

Entscheidend ist eine individuelle Beratung, bei der Nutzen und Risiken für Ihre persönliche Situation abgewogen werden. In unserem Zentrum für Endoprothetik in München nehmen wir uns die Zeit für ein ausführliches Gespräch.

Fazit: Risiken kennen, Chancen nutzen

Ein Prothesenwechsel ist kein Routineeingriff – aber in erfahrenen Händen ein sicheres und bewährtes Verfahren. Die beste Risikominimierung ist die Wahl eines spezialisierten Zentrums und eine gute Vorbereitung. Lassen Sie sich umfassend beraten.

Dr. Michael Matz in seiner Praxis

Ihr Experte: Dr. Michael Matz

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Über 2.000 Eingriffe. Spezialisiert auf minimalinvasive Hüft- und Knieendoprothetik sowie Revisionseingriffe.

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