Prothesenwechsel – Ablauf und Dauer der Operation

Was erwartet Sie bei einem Prothesenwechsel? Der komplette Leitfaden von der Vorbereitung bis zur Reha.

Häufige Fragen zum Prothesenwechsel

Wie lange dauert ein Prothesenwechsel an der Hüfte?

Ein Hüftprothesenwechsel dauert je nach Komplexität zwischen 90 und 180 Minuten. Bei einfachem Komponentenwechsel kürzer, bei großem Knochendefekt und Knochenaufbau entsprechend länger.

Wie lange bleibt man nach einem Prothesenwechsel im Krankenhaus?

Der stationäre Aufenthalt nach einem Prothesenwechsel beträgt in der Regel 7 bis 14 Tage. Anschließend folgt eine Rehabilitationsmaßnahme von 3 bis 4 Wochen.

Ist ein Prothesenwechsel schmerzhafter als die erste OP?

Der Eingriff ist umfangreicher, daher können die Schmerzen in den ersten Tagen stärker sein. Mit moderner Schmerztherapie lässt sich dies aber gut kontrollieren. Langfristig soll die Revision die Schmerzen beseitigen.

Kann man nach einem Prothesenwechsel wieder normal gehen?

Ja, die meisten Patienten erreichen nach erfolgreicher Revision und Rehabilitation eine gute Gehfähigkeit. Die vollständige Genesung dauert jedoch 3 bis 6 Monate, bei komplexen Fällen auch länger.

Welche Narkose wird beim Prothesenwechsel verwendet?

In der Regel wird eine Vollnarkose oder eine Spinalanästhesie eingesetzt. Die Wahl hängt vom Umfang des Eingriffs und den individuellen Gegebenheiten ab und wird im Vorgespräch mit dem Anästhesisten besprochen.

Prothesenwechsel – Ablauf und Dauer einer Revisionsoperation

Warum wird ein Prothesenwechsel notwendig?

Ein Prothesenwechsel – in der Fachsprache Revisionsendoprothetik – wird dann erforderlich, wenn das vorhandene Kunstgelenk seine Funktion nicht mehr erfüllt. Die häufigsten Gründe sind eine aseptische Lockerung, eine periprothetische Infektion, Instabilität, Verschleiß der Gleitpartner oder eine periprothetische Fraktur. In Deutschland werden jährlich rund 35.000 Wechseloperationen an Hüft- und Kniegelenken durchgeführt.

Vorbereitung auf den Prothesenwechsel

Die Planung eines Prothesenwechsels ist aufwendiger als bei einer Erstimplantation. Laut Dr. Michael Matz ist eine sorgfältige Vorbereitung der Schlüssel zum Erfolg:

Ausführliche Diagnostik

  • Aktuelle Röntgenbilder: In mehreren Ebenen zur Beurteilung der Prothesenlage und des Knochenbestands
  • CT-Untersuchung: Für die 3D-Planung und die exakte Bestimmung des Knochendefekts
  • Laborwerte: CRP, BSG, Blutbild zum Ausschluss einer Infektion
  • Gelenkpunktion: Bei Infektionsverdacht zur Keimisolierung

Individuelle OP-Planung

Anhand der Diagnostik wird der Eingriff präzise geplant: Welche Komponenten müssen gewechselt werden? Ist ein Knochenaufbau nötig? Welches Revisionsimplantat ist optimal? Diese Planung kann am Computer mit 3D-Modellen erfolgen und ist entscheidend für das Ergebnis.

Vorbereitungen des Patienten

  • Medikamentencheck (Blutverdünner rechtzeitig umstellen)
  • Eigenblutspende besprechen (bei zu erwartendem höherem Blutverlust)
  • Reha-Platz organisieren
  • Wohnung für die Rückkehr vorbereiten

Der Ablauf der Wechseloperation

Ein Prothesenwechsel folgt einem strukturierten Ablauf, der sich je nach Komplexität unterscheidet:

Schritt 1: Entfernung des alten Implantats

Über einen gezielten Zugang wird das gelockerte oder defekte Implantat freigelegt und entfernt. Bei zementierten Prothesen muss auch der alte Knochenzement sorgfältig herausgelöst werden. Dieser Schritt erfordert besondere Erfahrung, um möglichst wenig Knochen zu beschädigen.

Schritt 2: Aufbereitung des Knochenlagers

Nach der Entfernung wird der Knochen beurteilt. Defektzonen werden gereinigt und bei Bedarf mit Knochenersatzmaterial, Knochentransplantaten oder speziellen Augmentaten aufgefüllt. Bei Infektionsfällen erfolgt ein gründliches Debridement.

Schritt 3: Einsetzen der neuen Prothese

Die Revisionsprothese wird exakt positioniert und verankert. Je nach Situation kommen zementierte oder zementfreie Verankerungstechniken zum Einsatz. Revisionsimplantate sind speziell für diese Situation konstruiert – mit längeren Schäften, breiteren Verankerungszonen oder modularen Systemen.

Schritt 4: Abschluss und Kontrolle

Stabilität und Beweglichkeit werden intraoperativ geprüft. Drainagen werden eingelegt, die Wunde schichtweise verschlossen. Eine Röntgenkontrolle erfolgt noch im OP oder am ersten postoperativen Tag.

OP-Dauer und Klinikaufenthalt

Die OP-Dauer hängt vom Ausmaß des Eingriffs ab:

  • Einfacher Komponentenwechsel: 90–120 Minuten
  • Komplexer Wechsel mit Knochenaufbau: 120–180 Minuten
  • Zweizeitiger Wechsel bei Infektion: Zwei separate OPs im Abstand von 6–12 Wochen

Der stationäre Aufenthalt beträgt 7 bis 14 Tage. In dieser Zeit werden Wundheilung, Mobilisation und Schmerztherapie engmaschig betreut. Die Physiotherapie beginnt bereits am ersten Tag nach der OP.

Rehabilitation nach dem Prothesenwechsel

Die Rehabilitation ist ein entscheidender Baustein für den Erfolg der Revision:

  • Anschlussheilbehandlung (AHB): 3–4 Wochen stationär oder ambulant
  • Physiotherapie: Muskelaufbau, Gangschulung, Beweglichkeitstraining
  • Teilbelastung: Je nach Situation 4–12 Wochen mit Gehstützen
  • Vollbelastung: Nach Röntgenkontrolle und ärztlicher Freigabe
  • Sportfreigabe: Gelenkschonender Sport nach 3–6 Monaten

Die vollständige Genesung dauert bei einem Prothesenwechsel in der Regel 3 bis 6 Monate – manchmal auch länger als bei der Erstoperation. Geduld und konsequente Mitarbeit in der Reha sind entscheidend.

Einzeitiger vs. zweizeitiger Wechsel

Bei einer aseptischen Lockerung ohne Infektion erfolgt der Wechsel in einer einzigen Operation (einzeitiger Wechsel). Liegt eine Infektion vor, kann ein zweizeitiges Vorgehen notwendig sein:

  • Erste OP: Entfernung des infizierten Implantats, Einsetzen eines antibiotikahaltigen Platzhalters (Spacer)
  • Zwischenphase: Antibiose über mehrere Wochen, Kontrolle der Infektionswerte
  • Zweite OP: Einsetzen der neuen Prothese nach Infektionsfreiheit

In unserem Zentrum für Revisionsendoprothetik in München beherrschen wir beide Verfahren und wählen individuell den besten Weg für Sie.

Fazit: Gut geplant ist halb gewechselt

Ein Prothesenwechsel ist ein anspruchsvoller Eingriff, der sorgfältige Planung, Erfahrung und spezialisierte Implantate erfordert. Mit der richtigen Vorbereitung und Nachbehandlung können die meisten Patienten ihre Mobilität und Lebensqualität zurückgewinnen. Lassen Sie sich in einem spezialisierten Zentrum beraten.

Dr. Michael Matz in seiner Praxis

Ihr Experte: Dr. Michael Matz

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Über 2.000 Eingriffe. Spezialisiert auf minimalinvasive Hüft- und Knieendoprothetik sowie Revisionseingriffe.

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