Knieprothese Lockerung – Warnsignale rechtzeitig erkennen

Neue Schmerzen im Knie nach Prothesenversorgung? Diese Anzeichen sollten Sie kennen.

Häufige Fragen zur Knieprothesen-Lockerung

Welche Anzeichen sprechen für eine gelockerte Knieprothese?

Typische Anzeichen sind zunehmende Knieschmerzen bei Belastung und Treppensteigen, Schwellungen, ein Instabilitätsgefühl, eingeschränkte Beugefähigkeit und Schmerzen beim Aufstehen nach längerem Sitzen.

Wie lange hält eine Knieprothese im Durchschnitt?

Moderne Knieprothesen halten in über 90 % der Fälle 15 bis 20 Jahre. Die tatsächliche Haltbarkeit hängt von Faktoren wie Körpergewicht, Aktivitätsniveau, Knochenqualität und Implantattyp ab.

Kann eine Knieprothese gelockert sein, ohne dass man Schmerzen hat?

Ja, in frühen Stadien kann eine Lockerung im Röntgenbild sichtbar sein, bevor Beschwerden auftreten. Deshalb sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen so wichtig.

Welche Untersuchungen werden bei Verdacht auf Knieprothesen-Lockerung gemacht?

Neben der klinischen Untersuchung werden Röntgenbilder im Vergleich zu früheren Aufnahmen angefertigt. Bei unklarem Befund kommen CT, Szintigraphie, Laborwerte und ggf. eine Gelenkpunktion zum Einsatz.

Was passiert, wenn eine gelockerte Knieprothese nicht behandelt wird?

Ohne Behandlung schreitet der Knochenabbau fort, was einen späteren Wechsel deutlich erschwert. Im schlimmsten Fall kann es zu einer periprothetischen Fraktur oder einer Infektion kommen.

Knieprothese Lockerung – Diagnostik und Behandlung

Was ist eine Knieprothesen-Lockerung?

Von einer Knieprothesen-Lockerung spricht man, wenn das Implantat seine feste Verankerung im Knochen verliert. Dies kann sowohl die tibiale Komponente (Unterschenkel) als auch die femorale Komponente (Oberschenkel) oder das Polyethylen-Inlay betreffen. In Deutschland werden jährlich rund 190.000 Knieprothesen eingesetzt – bei einem kleinen Teil kommt es im Laufe der Jahre zu einer Lockerung.

Die Lockerung ist neben der Infektion der häufigste Grund für einen Knieprothesenwechsel. Entscheidend ist, die Warnsignale frühzeitig zu erkennen, denn der Umfang des Knochenverlusts bestimmt maßgeblich die Komplexität der Revisionsoperation.

Warnsignale: Diese Symptome sollten Sie ernst nehmen

Laut Dr. Michael Matz berichten viele Patienten zunächst von subtilen Veränderungen, die sich schleichend entwickeln. Folgende Warnsignale sollten Sie aufmerksam machen:

  • Zunehmende Knieschmerzen: Besonders beim Treppensteigen, Aufstehen und Gehen auf unebenem Boden
  • Schwellung: Wiederkehrender Gelenkerguss, der auf eine Reizung hindeutet
  • Instabilität: Das Knie knickt weg oder fühlt sich unsicher an, besonders auf Treppen
  • Bewegungseinschränkung: Die Beugefähigkeit nimmt ab, das Knie lässt sich nicht mehr so weit beugen wie früher
  • Krepitation: Reibe- oder Knirschgeräusche im Gelenk
  • Achsveränderung: Das Bein wirkt zunehmend O-beinig oder X-beinig
  • Ruheschmerzen: Im fortgeschrittenen Stadium auch nachts und beim Liegen

Ursachen einer Knieprothesen-Lockerung

Die Ursachen lassen sich in zwei Hauptkategorien einteilen:

Aseptische Lockerung

Die häufigste Form ohne bakterielle Beteiligung. Durch den Verschleiß des Polyethylen-Inlays entstehen Abriebpartikel, die eine Entzündungsreaktion im umgebenden Knochen auslösen und zu schrittweisem Knochenabbau (Osteolyse) führen. Begünstigende Faktoren:

  • Übergewicht und hohe mechanische Belastung
  • Achsfehlstellungen, die zu ungleichmäßigem Verschleiß führen
  • Schlechte Knochenqualität (Osteoporose)
  • Übermäßige sportliche Aktivität mit Stoßbelastungen

Septische Lockerung

Eine Infektion am Implantat kann akut (kurz nach der OP) oder als Spätinfektion auftreten. Bakterien bilden einen Biofilm auf der Prothesenoberfläche und untergraben die Verankerung im Knochen. Typische Zusatzsymptome: Rötung, Überwärmung, Fieber.

Diagnostik bei Knieprothesen-Lockerung

Die Diagnostik umfasst mehrere Schritte, um das Ausmaß der Lockerung und ihre Ursache zu bestimmen:

  • Klinische Untersuchung: Prüfung der Bandstabilität, Beweglichkeit, Achse und Schwellung
  • Röntgenaufnahmen: Stehendaufnahmen des Knies in zwei Ebenen, Vergleich mit Voraufnahmen
  • Ganzbeinstandaufnahme: Beurteilung der mechanischen Achse
  • Labordiagnostik: CRP, BSG und Leukozyten zum Infektionsausschluss
  • Gelenkpunktion: Bakteriologische Untersuchung der Gelenkflüssigkeit
  • CT oder Szintigraphie: Bei unklaren Fällen zur genaueren Einschätzung

Behandlungsoptionen

Die Therapie richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad:

Bei geringer asymptomatischer Lockerung wird zunächst engmaschig kontrolliert. Physiotherapie und Muskelaufbau können das Gelenk stabilisieren. Schmerzmedikamente lindern die Beschwerden.

Schreitet die Lockerung fort oder sind die Beschwerden erheblich, wird ein Prothesenwechsel (Revision) notwendig. Je nach Knochendefekt kommen unterschiedliche Revisionsimplantate zum Einsatz – von modularen Systemen bis hin zu Megaprothesen bei großem Knochenverlust.

In unserem Zentrum für Revisionsendoprothetik in München bieten wir das gesamte Spektrum der Knierevisionschirurgie an. Dr. Michael Matz plant jeden Eingriff individuell anhand von 3D-Bildgebung und wählt das optimale Implantat für Ihre Situation.

Vorbeugung: Langlebigkeit Ihrer Knieprothese

Mit diesen Maßnahmen können Sie die Haltbarkeit Ihrer Knieprothese positiv beeinflussen:

  • Jährliche Kontrolluntersuchungen mit Röntgen wahrnehmen
  • Normalgewicht anstreben oder halten
  • Regelmäßige Bewegung mit gelenkschonenden Sportarten
  • Stoßbelastungen (Joggen, Springen) vermeiden
  • Infektionen im Körper zeitnah behandeln lassen
  • Oberschenkelmuskulatur gezielt trainieren

Fazit: Warnsignale beachten, frühzeitig handeln

Neue oder zunehmende Beschwerden mit einer Knieprothese verdienen Aufmerksamkeit. Frühzeitig erkannt, lässt sich eine Lockerung besser behandeln und ein aufwendigerer Eingriff vermeiden. Vereinbaren Sie einen Untersuchungstermin, wenn Sie Veränderungen bemerken.

Dr. Michael Matz in seiner Praxis

Ihr Experte: Dr. Michael Matz

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Über 2.000 Eingriffe. Spezialisiert auf minimalinvasive Hüft- und Knieendoprothetik sowie Revisionseingriffe.

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