Häufige Fragen

Wie hoch ist das Komplikationsrisiko bei einer Hüftprothese?

Die Gesamtkomplikationsrate liegt unter 5 Prozent. Schwere Komplikationen wie Infektionen oder Thrombosen treten bei weniger als 1 bis 2 Prozent der Patienten auf.

Was ist die häufigste Komplikation nach einer Hüft-OP?

Die häufigste frühe Komplikation ist die Luxation (Ausrenken der Prothese), die bei 1 bis 3 Prozent der Patienten auftritt. Bei minimalinvasiven Verfahren ist dieses Risiko deutlich geringer.

Kann eine Hüftprothese sich entzünden?

Ja, eine Protheseninfektion kann auftreten, ist aber selten (unter 1 Prozent). Durch steriles Arbeiten, Antibiotika-Prophylaxe und den Zahnarzt-Check vor der OP wird das Risiko minimiert.

Wie erkennt man eine Lockerung der Hüftprothese?

Typische Zeichen sind zunehmende Belastungsschmerzen in Leiste oder Oberschenkel, Anlaufschmerzen und ein Instabilitätsgefühl. Eine Röntgenkontrolle zeigt Lockerungszeichen frühzeitig.

Kann man an einer Hüftprothesen-OP sterben?

Das Sterblichkeitsrisiko bei einer geplanten Hüft-TEP liegt unter 0,1 Prozent und ist damit extrem gering. Bei Notfall-OPs nach Oberschenkelhalsbrüchen ist das Risiko höher, da die Patienten oft vorerkrankt sind.

Hüftprothese Risiken und Komplikationen

Ehrliche Aufklärung über mögliche Risiken – und wie sie minimiert werden.

Hüftprothese – Risiken und Komplikationen

Die Hüftprothesen-OP gehört zu den sichersten und erfolgreichsten Eingriffen der Medizin. Über 95 Prozent der Patienten profitieren von deutlicher Schmerzlinderung und verbesserter Beweglichkeit. Dennoch ist jede Operation mit Risiken verbunden, über die Sie vor dem Eingriff informiert sein sollten. Eine ehrliche Aufklärung schafft Vertrauen und hilft, Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Risiken, ihre Häufigkeit und die Maßnahmen, mit denen sie minimiert werden.

Infektion: Selten, aber ernst

Eine Protheseninfektion ist die gefürchtetste Komplikation und tritt bei etwa 0,5 bis 1 Prozent der Patienten auf. Man unterscheidet Frühinfektionen (innerhalb der ersten Wochen nach OP), die durch Keime während der Operation verursacht werden, und Spätinfektionen, die über den Blutweg zum Implantat gelangen können – etwa von Zahnherden, Harnwegsinfekten oder Hautinfektionen.

Laut Dr. Michael Matz werden umfangreiche Maßnahmen zur Infektionsprävention ergriffen: sterile Operationsbedingungen mit Laminar-Airflow, perioperative Antibiotikaprophylaxe, Hautdesinfektion mit jodhaltigen Lösungen und Zahnarzt-Check vor der OP. Patienten können selbst beitragen: Wundhygiene nach der OP einhalten, Infekte zeitnah behandeln lassen und den Implantatausweis bei jedem Arztbesuch vorzeigen, damit vor zahnärztlichen oder urologischen Eingriffen eine Antibiotikaprophylaxe gegeben wird.

Luxation: Ausrenken der Prothese

Die Luxation – das Ausrenken des künstlichen Hüftgelenks – tritt bei konventionellen OP-Methoden in 1 bis 3 Prozent der Fälle auf. Beim minimalinvasiven anterioren Zugang (Röttinger-Methode) ist das Risiko deutlich geringer, da die stabilisierenden Muskeln und Sehnen nicht durchtrennt werden. Studien zeigen Luxationsraten von unter 0,5 Prozent bei diesem Verfahren.

Das Luxationsrisiko ist in den ersten 6 bis 12 Wochen nach der OP am höchsten, wenn das Gewebe noch heilt. In dieser Zeit sollten bestimmte Bewegungen vermieden werden: tiefes Sitzen, Überkreuzen der Beine und extreme Drehbewegungen der Hüfte. Ihr Physiotherapeut zeigt Ihnen sichere Bewegungsmuster. Sollte es dennoch zu einer Luxation kommen, kann die Prothese in den meisten Fällen unter kurzer Narkose eingerenkt werden.

Thrombose und Lungenembolie

Nach jeder Hüft-OP besteht ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln (Thrombose) in den Beinvenen. Ohne Prophylaxe läge das Risiko bei etwa 40 bis 60 Prozent – mit den heutigen Maßnahmen liegt es unter 2 Prozent. Eine Thrombose kann zur Lungenembolie führen, wenn sich ein Gerinnsel löst und in die Lunge wandert.

Die Thromboseprophylaxe beginnt bereits am OP-Tag und umfasst mehrere Bausteine: niedermolekulares Heparin (tägliche Spritzen für 4 bis 5 Wochen), Kompressionsstrümpfe und – am wichtigsten – frühe Mobilisation. Je schneller Sie nach der OP aufstehen und gehen, desto geringer das Thromboserisiko. Achten Sie auch nach der Entlassung auf ausreichend Bewegung und nehmen Sie die Thromboseprophylaxe konsequent bis zum verordneten Zeitpunkt ein.

Nervenverletzungen und Beinlängendifferenz

Nervenverletzungen treten bei etwa 1 Prozent der Hüftprothesen-OPs auf. Betroffen ist meist der Nervus ischiadicus oder der Nervus femoralis. Symptome sind Taubheitsgefühle, Kribbeln oder eine Muskelschwäche am betroffenen Bein. In den meisten Fällen erholen sich die Nerven innerhalb von Wochen bis Monaten vollständig.

Eine Beinlängendifferenz nach der OP ist häufig – kleine Unterschiede von wenigen Millimetern werden oft nicht wahrgenommen. Unterschiede über 1 cm können durch Schuheinlagen oder eine Sohlenerhöhung ausgeglichen werden. Der Operateur plant die Prothese so, dass die Beinlänge möglichst exakt wiederhergestellt wird. Moderne Planungssoftware und intraoperative Kontrollen minimieren dieses Risiko erheblich.

Langzeitrisiken: Lockerung und Verschleiß

Die aseptische Prothesenlockerung ist das häufigste Langzeitrisiko. Abriebpartikel von den Gleitflächen lösen eine Immunreaktion aus, die zum Knochenabbau um das Implantat führt (Osteolyse). Mit modernen Materialien wie hochvernetztem Polyethylen und Keramik ist der Abrieb jedoch um über 90 Prozent gegenüber früheren Generationen reduziert.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen mit Röntgenaufnahmen ermöglichen eine frühzeitige Erkennung von Lockerungszeichen. Ein Wechseleingriff (Revision) ist möglich und in spezialisierten Zentren routinemäßig durchführbar. Die Ergebnisse sind gut, wenn die Revision rechtzeitig – also vor einem ausgedehnten Knochenverlust – durchgeführt wird. Sie können selbst zur Langlebigkeit Ihrer Prothese beitragen: Normalgewicht, gelenkschonender Sport und konsequente Nachsorge sind die wichtigsten Maßnahmen.

Dr. Michael Matz in seiner Praxis

Ihr Experte: Dr. Michael Matz

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Über 2.000 Eingriffe. Spezialisiert auf minimalinvasive Hüft- und Knieendoprothetik nach der Röttinger-Methode.

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