Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Hüftprothesen-OP?
Eine Hüftprothesen-OP dauert in der Regel 60 bis 90 Minuten. Bei minimalinvasiven Verfahren wie der Röttinger-Methode kann die reine Operationszeit sogar kürzer ausfallen.
Welche Narkose wird bei einer Hüft-OP verwendet?
Üblich sind Vollnarkose oder Spinalanästhesie. Die Wahl hängt vom Gesundheitszustand des Patienten ab und wird im Vorgespräch mit dem Anästhesisten festgelegt.
Wann darf ich nach der Hüft-OP aufstehen?
Bei minimalinvasiven Verfahren stehen Patienten oft noch am OP-Tag oder am ersten Tag danach auf. Die frühe Mobilisation fördert die Heilung und beugt Thrombosen vor.
Wird die Hüftprothese zementiert oder zementfrei eingesetzt?
Bei jüngeren Patienten mit guter Knochenqualität werden Prothesen meist zementfrei eingesetzt. Bei älteren Patienten oder Osteoporose kann eine Zementierung sinnvoll sein.
Wie groß ist der Schnitt bei einer Hüft-OP?
Bei der minimalinvasiven Röttinger-Methode beträgt der Schnitt nur etwa 8 bis 10 cm. Konventionelle Verfahren erfordern einen Schnitt von 15 bis 20 cm.
Hüftprothese OP – Ablauf Schritt für Schritt
Der Einsatz einer Hüftprothese ist einer der häufigsten und erfolgreichsten orthopädischen Eingriffe weltweit.
Jedes Jahr erhalten in Deutschland rund 240.000 Menschen eine künstliche Hüfte. Der Eingriff lindert chronische Schmerzen und stellt die Beweglichkeit wieder her. Trotzdem ist die Vorstellung einer Operation für viele Patienten mit Unsicherheit verbunden. Wer den genauen Ablauf kennt, kann Ängste abbauen und sich gezielt vorbereiten. In diesem Artikel erklären wir Schritt für Schritt, was vor, während und nach der Hüftprothesen-OP passiert – von der Aufnahme in der Klinik bis zur ersten Mobilisation.
Schritt 1: Aufnahme und OP-Vorbereitung am Kliniktag
Die Aufnahme in der Klinik erfolgt in der Regel am Morgen des Operationstages oder am Vorabend. Sie müssen seit mindestens sechs Stunden nüchtern sein – das betrifft Essen, Trinken und Rauchen. Bei der Aufnahme werden letzte Laborwerte kontrolliert und das OP-Bein wird markiert, um Verwechslungen auszuschließen.
Im Vorgespräch mit dem Anästhesisten wird die Narkoseform besprochen. Die gängigsten Optionen sind Vollnarkose und Spinalanästhesie, bei der nur die untere Körperhälfte betäubt wird. Beide Verfahren sind sicher und bewährt. Ihr Anästhesist empfiehlt die beste Option auf Grundlage Ihrer Vorerkrankungen und Medikamente. Außerdem erhalten Sie einen venösen Zugang und gegebenenfalls eine Thromboseprophylaxe-Spritze.
Schritt 2: Der operative Eingriff
Die eigentliche Operation dauert zwischen 60 und 90 Minuten. Laut Dr. Michael Matz ist die Wahl des Zugangswegs entscheidend für den Heilungsverlauf. Bei der minimalinvasiven Röttinger-Methode erfolgt der Zugang von vorne (anterior), ohne Muskeln zu durchtrennen. Das unterscheidet sie grundlegend von klassischen Verfahren, bei denen Muskeln abgelöst werden müssen.
Der Operateur entfernt zunächst den verschlissenen Hüftkopf. Anschließend wird die Hüftpfanne mit einer Fräse vorbereitet und die neue Pfannenkomponente eingesetzt. Dann wird der Oberschenkelknochen für den Prothesenschaft vorbereitet. Moderne Implantate bestehen aus Titan, Keramik und hochvernetztem Polyethylen. Bei guter Knochenqualität werden sie zementfrei verankert – der Knochen wächst in die aufgeraute Oberfläche ein. Bei Osteoporose oder fortgeschrittenem Alter kann eine zementierte Verankerung gewählt werden, die sofortige Stabilität bietet.
Schritt 3: Aufwachraum und Überwachung
Nach dem Eingriff werden Sie im Aufwachraum überwacht. Hier kontrolliert das Team Kreislauf, Schmerzlevel und Wundsituation. Die Überwachungsphase dauert etwa ein bis zwei Stunden. Ein effektives Schmerzmanagement beginnt bereits im Aufwachraum – moderne Konzepte kombinieren verschiedene Schmerzmedikamente, um den Bedarf an starken Opioiden zu minimieren.
Sobald Sie stabil sind, werden Sie auf die Station verlegt. Dort erhalten Sie weiterhin Schmerzmittel über feste Intervalle sowie eine Thromboseprophylaxe. Kühlkompressen auf dem Operationsgebiet reduzieren Schwellung und Schmerzen. In der Regel wird eine Drainage gelegt, die Wundflüssigkeit ableitet – sie wird meist am ersten oder zweiten Tag nach der OP entfernt.
Schritt 4: Erste Mobilisation und Physiotherapie
Die frühe Mobilisation ist ein zentraler Erfolgsfaktor nach der Hüftprothesen-OP. Bei minimalinvasiven Verfahren beginnt sie oft noch am Operationstag. Physiotherapeuten leiten Sie beim Aufstehen an und zeigen Ihnen den sicheren Umgang mit Gehstützen.
In den folgenden Tagen wird das Programm schrittweise erweitert: Gehen auf dem Flur, Treppensteigen und gezielte Bewegungsübungen für das neue Gelenk. Da bei der Röttinger-Methode keine Muskeln durchtrennt werden, ist die Belastbarkeit von Anfang an höher. Viele Patienten können das operierte Bein sofort voll belasten. Der stationäre Aufenthalt beträgt bei komplikationslosem Verlauf fünf bis sieben Tage. Danach folgt die Anschlussheilbehandlung – stationär oder ambulant – über drei bis vier Wochen.
Risikominimierung durch erfahrene Operateure
Die Komplikationsrate bei Hüftprothesen-OPs liegt unter 2 Prozent. Entscheidend für den Erfolg sind die Erfahrung des Operateurs, die Wahl des OP-Verfahrens und die Qualität der Implantate. Hochvolumen-Operateure mit mehr als 100 Eingriffen pro Jahr erzielen nachweislich bessere Ergebnisse.
Mögliche Komplikationen umfassen Infektionen, Thrombosen, Nervenverletzungen und Prothesenlockerungen. Durch steriles Arbeiten, perioperative Antibiotikaprophylaxe und moderne Implantattechnologie werden diese Risiken auf ein Minimum reduziert. Der minimalinvasive Zugang senkt zusätzlich das Risiko einer Luxation – also das Ausrenken der neuen Hüfte – erheblich.
Ihr Experte: Dr. Michael Matz
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Über 2.000 Eingriffe. Spezialisiert auf minimalinvasive Hüft- und Knieendoprothetik nach der Röttinger-Methode.
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