Häufige Fragen

Welche Arten von Hüftprothesen gibt es?

Die wichtigsten Arten sind die Totalendoprothese (TEP), die Hemiprothese (Teilprothese), die Kurzschaftprothese und der Oberflächenersatz. Am häufigsten wird die TEP eingesetzt.

Was ist der Unterschied zwischen TEP und Hemiprothese?

Bei der TEP werden Hüftkopf und Pfanne ersetzt. Bei der Hemiprothese wird nur der Hüftkopf ausgetauscht, die natürliche Pfanne bleibt erhalten. Die Hemiprothese wird hauptsächlich bei Oberschenkelhalsbrüchen eingesetzt.

Für wen eignet sich eine Kurzschaftprothese?

Kurzschaftprothesen eignen sich besonders für jüngere, aktive Patienten mit guter Knochenqualität. Sie erhalten mehr Knochensubstanz und erleichtern einen späteren Wechsel.

Welche Hüftprothese ist die beste?

Es gibt nicht die eine beste Prothese. Die optimale Wahl hängt von Alter, Knochenqualität, Aktivitätslevel und anatomischen Gegebenheiten ab. Ihr Operateur empfiehlt die individuell passende Lösung.

Wird der Oberflächenersatz noch empfohlen?

Der Oberflächenersatz wird heute nur noch selten eingesetzt. Die Metall-Metall-Gleitpaarung hat sich als problematisch erwiesen. Moderne TEP-Systeme bieten bessere Langzeitergebnisse.

Hüftprothesen-Arten im Überblick

Welche Prothesentypen gibt es und welcher passt zu Ihnen?

Verschiedene Hüftprothesen-Arten

Nicht jede Hüftprothese ist gleich. Je nach Diagnose, Alter und Aktivitätsanspruch stehen verschiedene Prothesentypen zur Verfügung. Die Totalendoprothese (TEP) ist mit Abstand die häufigste Variante und deckt über 90 Prozent aller Fälle ab. Daneben gibt es spezialisierte Lösungen wie Kurzschaftprothesen für jüngere Patienten oder Teilprothesen bei Oberschenkelhalsbrüchen. Dieser Artikel erklärt die verschiedenen Hüftprothesen-Arten, ihre Vor- und Nachteile und hilft Ihnen, die Empfehlung Ihres Arztes besser einzuordnen.

Totalendoprothese (TEP) – Der Standard

Die Totalendoprothese ist der Goldstandard beim Hüftgelenkersatz. Bei der TEP werden beide Gelenkpartner komplett ersetzt: der verschlissene Hüftkopf durch einen Kugelkopf aus Keramik oder Metall und die Hüftpfanne durch eine künstliche Pfanne aus Titan mit Kunststoff- oder Keramik-Einsatz. Der Prothesenschaft wird im Oberschenkelknochen verankert.

Laut Dr. Michael Matz bietet die TEP die zuverlässigsten Langzeitergebnisse und ist für praktisch alle Arthroseformen geeignet. Die Verankerung erfolgt entweder zementfrei (Press-fit mit Knocheneinwachsung) oder zementiert (sofortige Fixierung mit Knochenzement). Bei jüngeren Patienten mit guter Knochenqualität wird bevorzugt zementfrei implantiert, bei Osteoporose zementiert. Die Kombination aus zementfreier Pfanne und zementiertem Schaft (Hybrid-TEP) bietet eine weitere Option. Mit modernen Implantaten erreicht die TEP Standzeiten von über 20 Jahren.

Hemiprothese (Teilprothese)

Bei der Hemiprothese wird nur der Hüftkopf durch ein künstliches Implantat ersetzt, die natürliche Hüftpfanne bleibt erhalten. Diese Variante kommt hauptsächlich bei Oberschenkelhalsbrüchen (mediale Schenkelhalsfraktur) zum Einsatz, vor allem bei älteren Patienten, die schnell wieder mobil werden müssen.

Der Vorteil der Hemiprothese liegt in der kürzeren OP-Zeit und dem geringeren Blutverlust – beides vorteilhaft für gebrechliche Patienten. Die moderne Duokopfprothese (bipolare Hemiprothese) reduziert den Abrieb an der natürlichen Pfanne durch eine zusätzliche Gleitschicht. Allerdings kann es bei längerer Standzeit zu einem Pfannenverbrauch kommen, der dann doch eine TEP erfordert. Bei aktiveren Patienten mit Oberschenkelhalsbruch wird daher zunehmend direkt eine TEP empfohlen.

Kurzschaftprothese – Knochensparend für Jüngere

Kurzschaftprothesen sind eine moderne Weiterentwicklung für jüngere, aktive Patienten. Der Prothesenschaft ist deutlich kürzer als bei einer Standard-TEP und wird im oberen Bereich des Oberschenkelknochens verankert. Das spart Knochensubstanz – ein entscheidender Vorteil, wenn im Laufe des Lebens ein Wechseleingriff nötig werden sollte.

Die Biomechanik der Kurzschaftprothese kommt der natürlichen Krafteinleitung am Oberschenkelknochen näher als ein konventioneller Schaft. Dadurch wird das Stress-Shielding (Knochenabbau durch Entlastung) reduziert. Voraussetzung für eine Kurzschaftprothese ist eine ausreichende Knochenqualität und eine günstige Anatomie. Nicht jeder Patient ist dafür geeignet – die Indikation wird individuell geprüft. Langzeitstudien zeigen sehr gute Ergebnisse über 10 bis 15 Jahre.

Oberflächenersatz – Eine Nischenlösung

Beim Oberflächenersatz (Hüftkappe, Resurfacing) wird der Hüftkopf nicht entfernt, sondern wie eine Zahnkrone überkront. Eine Metallkappe wird über den zugerichteten Hüftkopf gestülpt und eine Metallpfanne in das Becken eingesetzt. Der theoretische Vorteil: maximale Knochenerhaltung und ein großer Kopfdurchmesser für hohe Stabilität.

In der Praxis hat sich der Oberflächenersatz jedoch als problematisch erwiesen. Die Metall-Metall-Gleitpaarung kann zu erhöhten Metallionenspiegeln im Blut führen und lokale Gewebereaktionen (Pseudotumore) verursachen. Die Revisionsraten sind höher als bei der Standard-TEP. Deshalb wird der Oberflächenersatz heute nur noch in ausgewählten Fällen bei jüngeren Männern mit großem Hüftkopf und guter Knochenqualität eingesetzt – und auch dann nur von Spezialisten mit umfangreicher Erfahrung.

Die richtige Wahl: Individuelle Beratung zählt

Die Wahl der richtigen Hüftprothese ist eine individuelle Entscheidung, die von mehreren Faktoren abhängt: Alter und Aktivitätslevel, Knochenqualität, Diagnose (Arthrose, Fraktur, Nekrose), anatomische Besonderheiten und Ihre persönlichen Erwartungen. Es gibt nicht die eine beste Prothese – es gibt die beste Prothese für Sie.

Im Beratungsgespräch erklärt Ihnen Ihr Operateur, welchen Prothesentyp er für Ihre Situation empfiehlt und warum. Fragen Sie nach Alternativen und den jeweiligen Vor- und Nachteilen. Ein erfahrener Endoprothetiker beherrscht verschiedene Systeme und kann flexibel auf Ihre Bedürfnisse eingehen. In unserem Zentrum beraten wir Sie ausführlich und transparent – denn eine fundierte Entscheidung ist die Grundlage für ein erfolgreiches Ergebnis.

Dr. Michael Matz in seiner Praxis

Ihr Experte: Dr. Michael Matz

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Über 2.000 Eingriffe. Spezialisiert auf minimalinvasive Hüft- und Knieendoprothetik nach der Röttinger-Methode.

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