Hüft-TEP – Was Sie vor der Operation wissen sollten
Vorbereitung, Ablauf und Checkliste: Ihr umfassender Leitfaden für den Hüftgelenkersatz.
Was ist eine Hüft-TEP?
Die Abkürzung TEP steht für Totalendoprothese – also den vollständigen Ersatz des Hüftgelenks durch ein künstliches Implantat. Bei einer Hüft-TEP werden sowohl der verschlissene Hüftkopf als auch die Hüftpfanne durch hochwertige Komponenten aus Titan, Keramik oder Polyethylen ersetzt. Der Eingriff gehört zu den erfolgreichsten Operationen der modernen Medizin: Über 95 % der Patienten berichten nach der Hüftprothese über eine deutliche Schmerzlinderung und verbesserte Beweglichkeit.
In Deutschland werden jährlich rund 240.000 Hüft-TEPs implantiert. Die OP-Vorbereitung spielt dabei eine entscheidende Rolle für den Behandlungserfolg. Je besser Sie informiert und vorbereitet sind, desto reibungsloser verläuft der gesamte Prozess – von der Aufnahme in der Klinik bis zur Rehabilitation.
Wann ist eine Hüft-TEP notwendig?
Die häufigste Ursache für einen Hüftgelenkersatz ist die fortgeschrittene Coxarthrose – der altersbedingte Verschleiß des Hüftgelenks. Typische Anzeichen, dass eine Hüft-TEP in Betracht gezogen werden sollte:
- Starke Hüftschmerzen, die auch in Ruhe und nachts auftreten
- Deutliche Einschränkung der Gehstrecke (unter 500 Meter)
- Konservative Therapien (Physiotherapie, Schmerzmittel, Injektionen) helfen nicht mehr ausreichend
- Zunehmende Steifigkeit – Schuhe binden oder Socken anziehen wird schwierig
- Röntgenbild zeigt fortgeschrittenen Knorpelverlust
Weitere Gründe können Hüftkopfnekrose, rheumatische Erkrankungen oder Frakturen sein. Die Entscheidung zur OP wird immer gemeinsam mit Ihnen getroffen – erst wenn alle konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.
Die Vorbereitung: Wochen vor der OP
Eine gute Vorbereitung beginnt bereits Wochen vor dem Operationstermin. Diese Schritte helfen Ihnen, optimal vorbereitet in die Klinik zu gehen:
Medizinische Voruntersuchungen
Vor der Hüftprothesen-OP sind verschiedene Untersuchungen erforderlich:
- Blutuntersuchung: Blutbild, Gerinnungswerte, Entzündungsparameter
- EKG und ggf. Herzecho: Beurteilung der Narkosefähigkeit
- Röntgen der Hüfte: Planung der Prothesengröße und -positionierung
- Zahnarzt-Check: Entzündungsherde im Mundbereich müssen vorher saniert werden, da sie Infektionen am Implantat verursachen können
- Urologen-/Gynäkologen-Check: Ausschluss von Harnwegsinfekten
Medikamente und Blutverdünner
Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Medikamente Sie vor der OP absetzen oder anpassen müssen. Blutverdünner wie Marcumar oder Eliquis müssen in der Regel einige Tage vorher pausiert werden. Aspirin und andere Thrombozytenaggregationshemmer werden je nach Situation angepasst. Setzen Sie niemals eigenmächtig Medikamente ab!
Zu Hause vorbereiten
Nach der OP werden Sie einige Wochen auf Gehstützen angewiesen sein. Bereiten Sie Ihre Wohnung entsprechend vor:
- Stolperfallen beseitigen (lose Teppiche, Kabel)
- Toilettensitzerhöhung besorgen
- Greifzange für den Boden bereithalten
- Vorräte einkaufen oder Lieferdienst organisieren
- Hilfe für die ersten Wochen nach der Rückkehr organisieren
Der Ablauf der Hüft-TEP-Operation
Am Tag der OP werden Sie morgens nüchtern in der Klinik aufgenommen. Der Eingriff dauert in der Regel 60–90 Minuten und wird meist unter Vollnarkose oder Spinalanästhesie durchgeführt.
In unserer Praxis in München setzen wir auf die minimalinvasive Röttinger-Methode. Der entscheidende Vorteil: Der Zugang zum Hüftgelenk erfolgt von vorne, ohne dass Muskeln durchtrennt werden müssen. Das bedeutet weniger Schmerzen, schnellere Heilung und ein geringeres Luxationsrisiko (Ausrenken der Prothese).
Der Operateur entfernt den verschlissenen Hüftkopf, bereitet die Hüftpfanne vor und setzt die künstlichen Komponenten ein. Moderne Implantate werden häufig zementfrei eingesetzt – sie wachsen in den Knochen ein und bieten langfristig stabilen Halt.
Die ersten Tage nach der OP
Bereits am ersten Tag nach der Operation beginnt die Mobilisation. Bei der minimalinvasiven Technik können Sie in der Regel sofort voll belasten. In den ersten Tagen werden Sie von Physiotherapeuten angeleitet:
- Aufstehen und erste Schritte mit Gehstützen
- Treppensteigen üben
- Bewegungsübungen für das neue Gelenk
- Thromboseprophylaxe durch Bewegung und Medikamente
Der stationäre Aufenthalt dauert bei unkompliziertem Verlauf 5–7 Tage. Anschließend folgt die Anschlussheilbehandlung (Reha).
Ihre Checkliste vor der Hüft-TEP
Damit Sie an alles denken, hier Ihre persönliche Checkliste:
- ☑ Alle Voruntersuchungen erledigt (Blut, EKG, Röntgen, Zahnarzt)
- ☑ Medikamentenplan mit dem Arzt besprochen
- ☑ Reha-Platz organisiert (stationär oder ambulant)
- ☑ Wohnung vorbereitet (Stolperfallen, Hilfsmittel)
- ☑ Hilfe für die Zeit nach der Rückkehr organisiert
- ☑ Bequeme, weite Kleidung für die Klinik eingepackt
- ☑ Versicherungskarte, Medikamentenliste, Röntgenbilder dabei
- ☑ Persönliche Fragen an den Operateur notiert
Wichtige Fragen an Ihren Arzt
Nutzen Sie das Aufklärungsgespräch, um alle offenen Fragen zu klären. Hier einige Anregungen:
- Welche OP-Methode verwenden Sie und warum?
- Wie viele Hüft-TEPs führen Sie pro Jahr durch?
- Welches Implantat wird eingesetzt?
- Wie lange dauert die Genesung in meinem Fall?
- Welche Risiken bestehen konkret bei mir?
- Wann kann ich wieder arbeiten / Auto fahren / Sport treiben?
Dr. Michael Matz nimmt sich Zeit für jedes Beratungsgespräch und beantwortet Ihre Fragen ausführlich und ehrlich. Transparenz und Vertrauen sind die Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung.
Fazit: Gut vorbereitet zur Hüft-TEP
Eine Hüft-TEP ist ein bewährter Eingriff mit hoher Erfolgsrate. Die richtige Vorbereitung – medizinisch wie organisatorisch – trägt wesentlich zum Gelingen bei. Informieren Sie sich, stellen Sie Fragen und nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen.
Wenn Sie eine persönliche Beratung wünschen, vereinbaren Sie einen Termin in unserem Zentrum für Endoprothetik in München. Wir sind für Sie da.
Ihr Experte: Dr. Michael Matz
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Über 2.000 Eingriffe. Spezialisiert auf minimalinvasive Hüft- und Knieendoprothetik nach der Röttinger-Methode.
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